Economic Update | J.P. Morgan Asset Management

Wolken türmen sich am Horizont, aber zunächst scheint auch mal die Sonne: In unserem Basiszenario gehen wir davon aus, dass die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten ein unter dem Trend liegendes Wachstum, eine unverändert niedrige Inflation und das fortwährend hohe Maß an Unterstützung durch die Zentralbanken weiterhin reflektieren werden. Unter Berücksichtigung unvermeidlicher, volatiler Marktphasen, befürworten wir hochklassige Durationen, höher verzinsliche Wertpapiere mit höherem Rating, sowie Barmittel und das als sicherer Hafen geltende Gold.

Diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.


Wachstum

Die deutsche Wirtschaftsleistung hat im 1. Quartal 2019 deutlich angezogen: Sie stieg gegenüber Vorquartal um 0,4%. Getragen wurde das Wachstum zu Beginn des Jahres vom privaten Konsum, den Ausrüstungsinvestitionen und dem Bau – im Februar legte die Bauproduktion gegenüber Vorjahresmonat um knapp 11% zu. Die Industrie zeigte sich zuletzt nur leicht erholt: Im März stieg die Produktion gegenüber Vorquartal um 0,5%, die Auftragseingänge legten um 0,6% zu. Der Handelskonflikt belastet jedoch weiterhin die Stimmung. Die Wirtschaft der Euro-Zone war im 1. Quartal 2019 ebenfalls um 0,4% (Vorquartal: 0,2%) gewachsen. In den USA wuchs die Wirtschaftsleistung im 1. Quartal mit auf das Jahr hochgerechneten 3,2% überraschend stark. In europäischer Rechnung entsprach dies einem Plus gegenüber Vorquartal von 0,8%.


Jobs

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigte sich im April weiter stabil. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber März saisonbereinigt um 12.000. Die Arbeitslosenrate ging von 5,1% auf 4,9% zurück. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im März gegenüber dem Vormonat um 33.000 auf 44,94 Millionen Personen. In der Euro-Zone sank die Arbeitslosenquote im März von 7,8% auf 7,7% und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2008. Die US-Unternehmen schufen im April 263.000 neue Jobs, während die Arbeitslosenrate auf 3,6% fiel. Das ist der niedrigste Stand seit 1969.


Gewinne

In den USA läuft die Berichtssaison für das 1. Quartal 2019. 449 Unternehmen aus dem Index S&P 500 haben Zahlen vorgelegt. 75% davon übertrafen die Gewinnerwartungen, 45% die Umsatzerwartungen. Die Gewinne werden im 1. Quartal voraussichtlich um 4,4% gegenüber Vorjahresquartal steigen und damit stärker als ursprünglich erwartet. Bei den Unternehmen aus dem europäischen Index Stoxx600 wird derzeit mit einem Gewinnrückgang im 1. Quartal 2019 gegenüber Vorjahresquartal um 2,7% (ohne Energiesektor: –3,2%) gerechnet und mit einem Umsatzplus von 3,8% (ohne Energiesektor: 3,7%) gegenüber Vorjahresquartal. 


Inflation

Im April hat die Inflationsrate in Deutschland von 1,3% auf 2,0% zugelegt. Gründe für den kräftigen Anstieg waren zum einen die Energiepreise, die 4,6% zulegten, sowie die späte Lage der Osterferien, die zu einer starken Verteuerung von Pauschalreisen um 11% führten. Ohne die Energiepreise hätte die Inflation bei 1,7% gelegen. In den USA stieg die Inflation im April von 1,9% auf 2,0%, und die Kernrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) legte von 2,0% auf 2,1% zu. 


Zinsen

Die US-Zentralbank hat auf ihrem Mai-Treffen die Leitzinsen unverändert gelassen. Gleichzeitig betonte sie abermals, bei geldpolitischen Entscheidungen „geduldig“ agieren zu wollen. Dies wird dahingehend interpretiert, dass vorerst keine weiteren Zinserhöhungen oder -senkungen geplant sind. Die Europäische Zentralbank (EZB) wiederholte auf ihrer April-Sitzung ihre Erwartung, dass die Leitzinsen noch „mindestens über das Ende 2019 hinaus“ auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. 


Risiken

• Konjunkturelle Abschwächung in China und Europa.
• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen.
• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.
• Destabilisierung der Eurozone aufgrund des Brexit und der politischen und wirtschaftlichen Instabilität in Italien.


Investmentthemen

• Hochzinsanleihen bleiben aufgrund von Bewertung und der aussicht auf steigende Gewinne vorerst attraktiv.
• Wir präferieren zur Zeit aufgrund des defensiven Charakters: US-Aktien, Value-Aktien und Large Caps.
• Der US-Dollar verliert durch ein schrumpendes Zinsdifferential an Attraktivität. Emerging Markets könnten davon profitieren.



 

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Stand der Daten: 16.05.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876




      Autoren

Tilmann Galler

 








Executive Director, Market Strategist Deutschland, Österreich, Schweiz



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Head of the Global Strategy Team for the Multi-Asset Solutions Group.


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