Economic Update | J.P. Morgan Asset Management

Wolken türmen sich am Horizont, aber zunächst scheint auch mal die Sonne: In unserem Basiszenario gehen wir davon aus, dass die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten ein unter dem Trend liegendes Wachstum, eine unverändert niedrige Inflation und das fortwährend hohe Maß an Unterstützung durch die Zentralbanken weiterhin reflektieren werden. Unter Berücksichtigung unvermeidlicher, volatiler Marktphasen, befürworten wir hochklassige Durationen, höher verzinsliche Wertpapiere mit höherem Rating, sowie Barmittel und das als sicherer Hafen geltende Gold.

Diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.


Wachstum

Die deutsche Industrie neigte zuletzt weiter zur Schwäche: Im Juli sanken die Auftragseingänge gegenüber Vormonat um 2,7%, was vor allem an den Rückgängen von außerhalb der Euro-Zone lag. Die Industrieproduktion schrumpfte um 0,6% (Vormonat: minus 1,1%). Einen Lichtblick boten die Exporte, die um 0,7% anzogen. Da die Importe gleichzeitig um 1,5% schrumpften, legte der Handelsbilanzüberschuss auf 20 Mrd. Euro zu. In der Euro-Zone sank die Industrieproduktion im Juli um 0,4%, die Einzelhandelsumsätze gingen um 0,6% zurück. Die Aussichten für das 3. Quartal sind eingetrübt: Im August sank der Ifo-Geschäftsklimaindex um 1,5 Punkte auf 94,3.


Jobs

Der deutsche Arbeitsmarkt bekommt die Konjunkturschwäche langsam zu spüren: Im August stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Juli um 43.900 auf einen Wert von 2,319 Millionen. Um saisonale Schwankungen bereinigt betrug das Plus immer noch 4.000. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 5,0%. In den USA zeigte sich der Arbeitsmarkt im August weniger dynamisch, die Unternehmen schufen 130.000 neue Jobs. Im Durchschnitt wurden in diesem Jahr 158.000 pro Monat geschaffen, das ist 65.000 pro Monat weniger als in 2018. Ein weiterer Beleg für die Abschwächung der US-Wirtschaft. Der Lohnanstieg war mit 0,4% gegenüber Vormonat jedoch ordentlich. Gegenüber dem Vorjahr sind die Löhne um 3,2% gestiegen. 


Gewinne

In den USA nähert sich die Berichtssaison für das 2. Quartal 2019 ihrem Ende. 482 Unternehmen aus dem Index S&P 500 haben Zahlen vorgelegt. 74% davon übertrafen die Gewinnerwartungen, 42% die Umsatzerwartungen. Das Gewinnwachstum gegenüber Vorjahresquartal dürfte bei 4,9% liegen und die Margen bei kräftigen 11,5%. Aus dem europäischen Index Stoxx600 haben bisher 321 Unternehmen Zahlen für das 2. Quartal 2019 vorgelegt. Derzeit wird mit einem Gewinnrückgang von 2,6% und einem Umsatzwachstum von 3,2% gegenüber dem Vorjahresquartal gerechnet.


Inflation

In Deutschland ist die Inflationsrate im August auf 1,4% (Vormonat: 1,7%) gesunken. Dies lag maßgeblich an der geringeren Inflation bei Energieprodukten (0,6% gegenüber 2,4% im Juli). Ohne Berücksichtigung von Energie betrug die Inflationsrate 1,6%. In der Eurozone lag die Teuerung im August nach ersten Schätzungen bei 1,0% und damit unverändert gegenüber Juli.  


Zinsen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrem jüngsten Treffen eine Reihe von Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung beschlossen. So sinkt der Einlagenzins der Banken bei der EZB von –0,4% auf -0,5%. Zur Entlastung der Banken führt die EZB einen Staffelzins für bestimmte Freibeträge ein. Die Aussage, dass die Zinsen mindestens die erste Hälfte des Jahres 2020 hindurch auf ihrem Niveau bleiben, ließ die EZB fallen und nannte keinen Zeitrahamen mehr. Zudem will die EZB ihre Anleihekäufe ab 1. November wieder aufnehmen, sie sollen 20 Mrd. Euro monatlich betragen, ein Enddatum für die Käufe wurde nicht genannt.


Risiken

• Konjunkturelle Abschwächung in China und Europa.
• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen.
• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.
• Destabilisierung der Eurozone aufgrund des Brexit und der politischen und wirtschaftlichen Instabilität in Italien.


Investmentthemen

• Hochzinsanleihen bleiben aufgrund von Bewertung und der aussicht auf steigende Gewinne vorerst attraktiv.
• Wir präferieren zur Zeit aufgrund des defensiven Charakters: US-Aktien, Value-Aktien und Large Caps.
• Der US-Dollar verliert durch ein schrumpendes Zinsdifferential an Attraktivität. Emerging Markets könnten davon profitieren.



 

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Stand der Daten: 12.09.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876




      Autoren

Tilmann Galler

 








Executive Director, Market Strategist Deutschland, Österreich, Schweiz



Fonds im Fokus

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John Bilton


 

Head of the Global Strategy Team for the Multi-Asset Solutions Group.


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