Economic Update | J.P. Morgan Asset Management

Wolken türmen sich am Horizont, aber zunächst scheint auch mal die Sonne: In unserem Basiszenario gehen wir davon aus, dass die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten ein unter dem Trend liegendes Wachstum, eine unverändert niedrige Inflation und das fortwährend hohe Maß an Unterstützung durch die Zentralbanken weiterhin reflektieren werden. Unter Berücksichtigung unvermeidlicher, volatiler Marktphasen, befürworten wir hochklassige Durationen, höher verzinsliche Wertpapiere mit höherem Rating, sowie Barmittel und das als sicherer Hafen geltende Gold.

Diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.


Wachstum

Die Konjunktur in der Eurozone blieb im 3. Quartal 2019 schwach, aber stabil. Gegenüber dem Vorquartal stieg die Wirtschaftsleistung um 0,2% und damit so stark wie im 2. Quartal. Die US-Wirtschaft zeigte sich weiter robust: Im 3. Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt um auf das Jahr hochgerechnete 1,9% (Vorquartal: 2,0%). Angetrieben wurde die US-Konjunktur vor allem durch den privaten Verbrauch. In Deutschland lieferte die Industrie zuletzt gemischte Ergebnisse: Im September legten die Auftragseingänge überraschend um 1,3% gegenüber dem Vormonat zu. Die Exporte stiegen um 1,5% nach einem Minus von 0,9% im Vormonat. Gleichzeitig jedoch schrumpfte die Industrieproduktion um 0,6% im Vergleich zum August.


Jobs

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt trotz Konjunkturschwäche robust. Im Oktober stieg die Zahl der Arbeitslosen nur leicht um 6.000, die saisonbereinigte Arbeitslosenquote verharrte bei 5,0%. Allerdings sank die Zahl der offenen Stellen gegenüber Oktober vergangenen Jahres um 60.000 auf 764.000. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im September um 10.000 an. In der Eurozone verharrte die Arbeitslosenquote im September bei 7,5%. In den USA blieb der Arbeitsmarkt im Oktober solide: Trotz negativer Sondereffekte schufen die Unternehmen 128.000 Stellen. Die Zahlen der Vormonate wurden um 95.000 Stellen nach oben korrigiert.


Gewinne

In den USA haben 345 Unternehmen aus dem Index S&P 500 Zahlen für das 3. Quartal vorgelegt. 76% davon übertrafen die Gewinnerwartungen, 47% die Umsatzerwartungen. Der Gewinn pro Aktie dürfte gegenüber Vorjahresquartal um 3,6% sinken. Dämpfend wirken ein stärkerer Dollar, das schwächere globale Wachstum und der Vergleich mit dem robusten 3. Quartal 2018. Aus dem europäischen Index Stoxx600 haben 196 Unternehmen Zahlen vorgelegt. 57% übertrafen die Gewinn- und 63% die Umsatzerwartungen. Für das 3. Quartal 2019 wird mit einem Gewinnrückgang gegenüber Vorjahresquartal um 6,6% gerechnet, ohne den Energiesektor beträgt der Rückgang nur 3,7%. Der Umsatz soll 0,8% zulegen (ohne Energiesektor: +3,2%).


Inflation

In Deutschland ist die Inflationsrate im Oktober nach ersten Schätzungen auf 1,1% (Vormonat: 1,2%) gefallen und liegt damit so niedrig wie zuletzt vor fast drei Jahren. Die Kernteuerung (ohne Energie und Nahrungsmittel) dagegen stieg voraussichtlich leicht auf 1,6%. In der Eurozone ging die Inflationsrate im Oktober sogar von 0,8% auf 0,7% zurück. Die Kernrate dagegen legte von 1,0% auf 1,1% zu. In den USA hatte die Inflationsrate im September bei 1,7% stagniert. Die Kernrate blieb auf ihrem zyklischen Hoch von 2,4%.


Zinsen

Die US-Zentralbank (Fed) hat ihren Leitzinskorridor um 25 Basispunkte auf 1,50%-1,75% gesenkt. Es war die dritte Zinssenkung im laufenden Jahr. Als Grund nannte die Zentralbank eine schwächere globale Konjunktur und Risiken im Zuge der Handelspolitik. Laut Fed-Chef Jerome Powell sind weitere Zinssenkungen nicht zwingend. Hierfür müsste sich das makroökonomische Umfeld schlechter entwickeln als bisher angenommen.


Risiken

• Konjunkturelle Abschwächung in China und Europa.
• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen.
• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.
• Destabilisierung der Eurozone aufgrund des Brexit und der politischen und wirtschaftlichen Instabilität in Italien.


Investmentthemen

• Hochzinsanleihen bleiben aufgrund von Bewertung und der aussicht auf steigende Gewinne vorerst attraktiv.
• Wir präferieren zur Zeit aufgrund des defensiven Charakters: US-Aktien, Value-Aktien und Large Caps.
• Der US-Dollar verliert durch ein schrumpendes Zinsdifferential an Attraktivität. Emerging Markets könnten davon profitieren.



 

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Stand der Daten: 08.11.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876




      Autoren

Tilmann Galler

 








Executive Director, Market Strategist Deutschland, Österreich, Schweiz



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John Bilton


 

Head of the Global Strategy Team for the Multi-Asset Solutions Group.


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