Economic Update | J.P. Morgan Asset Management

Wolken türmen sich am Horizont, aber zunächst scheint auch mal die Sonne: In unserem Basiszenario gehen wir davon aus, dass die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten ein unter dem Trend liegendes Wachstum, eine unverändert niedrige Inflation und das fortwährend hohe Maß an Unterstützung durch die Zentralbanken weiterhin reflektieren werden. Unter Berücksichtigung unvermeidlicher, volatiler Marktphasen, befürworten wir hochklassige Durationen, höher verzinsliche Wertpapiere mit höherem Rating, sowie Barmittel und das als sicherer Hafen geltende Gold.

Diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.


Wachstum

Das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone schwächte sich im 1. Quartal 2018 auf 0,4% gegenüber Vorquartal (4. Quartal 2017: 0,7%) ab. In Deutschland legten im März Industrieproduktion (+1,0%) und Exporte (+1,7%) zwar zu, beide Werte waren im Februar allerdings gefallen. Auch die jüngsten Frühindikatoren sind in der Tendenz eher etwas schwächer nach den Höchstständen im Dezember: Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland sank im April von 103,3 auf 102,1. Der Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone stagnierte im April. In den USA hingegen blieb das Wachstum im 1. Quartal mit auf das Jahr hochgerechneten 2,3% kräftig.


Jobs

Am deutschen Arbeitsmarkt setzte sich die Frühjahrsbelebung im April fort. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber März um 74.000. Die Arbeitslosenquote ging von 5,5% auf 5,3% zurück. In der Euro-Zone blieb die Arbeitslosenrate im März mit 8,5% unverändert. In den USA stieg die Beschäftigung im April um 164.000 Stellen, die Arbeitslosenquote sank von 4,1% auf 3,9% und damit auf den tiefsten Wert seit Ende 2000.


Gewinne

In den USA hat der Großteil der Unternehmen Zahlen für das 1. Quartal 2018 vorgelegt. Die Ergebnisse der 399 Unternehmen deuten derzeit auf ein Gewinnplus von 28,2% gegenüber Vorjahresquartal hin. Aus dem europäischen Index Stoxx 600 haben von den rund 200 Unternehmen, die bislang Zahlen vorgelegt haben, 49% die Gewinnerwartungen übertroffen. Die Umsatzerwartungen übertrafen 47%. Im Stoxx 600 wird derzeit mit einem Gewinnwachstum von rund vier Prozent gerechnet. Die Umsätze sollen um 1% Prozent schrumpfen.


Inflation

In Deutschland stagnierte die Inflationsrate im April bei 1,6%. Die um die Preise für Energie und Nahrungsmittel bereinigte Kernrate sank jedoch von 1,5% auf 1,4%. In der Euro-Zone ging die Inflationsrate im April von 1,3% auf 1,2% zurück. Die Kernteuerung sank deutlich von 1,0% auf 0,7%. In den USA hingegen zieht die Teuerung an. Das von der US-Zentralbank bevorzugte Inflationsmaß, die privaten Konsumausgaben (Personal Consumption Expenditure, PCE), stieg im März auf 2%. Die PCE-Kernrate legte auf 1,9% zu, und näherte sich damit dem Zielwert der Notenbank an.


Zinsen

Die US-Notenbank beschloss auf ihrem Treffen Anfang Mai zwar keine Änderung ihrer Geldpolitik. Die Notenbanker äußerten sich allerdings zuversichtlich zur weiteren Konjunkturentwicklung und betonten, angesichts der zielgemäß steigenden Inflationsrate die Zinssätze graduell anzupassen. Die nächste Leitzinserhöhung wird daher für Juni erwartet. Die Europäische Zentralbank hatte auf ihrem jüngsten Treffen ebenfalls keine Änderung ihrer Geldpolitik vorgenommen. Ein solides, breit angelegtes Wachstum in der Euro-Zone sei das wahrscheinlichste Szenario trotz der jüngsten Abkühlung, sagte EZB-Chef Mario Draghi.


Risiken

• Turbulenzen an den Anleihenmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.
• Konjunkturelle Abschwächung in China aufgrund der restriktiven Geldpolitik seit Jahresanfang.
• Die wahrscheinlich rückläufige Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen kann das Investorensentiment belasten.
• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.


Investmentthemen

• Aktien und Hochzinsanleihen bleiben aufgrund steigender Gewinne vorerst attraktiv.
• Im aktuell reflationären Umfeld präferieren wir Anleihen mit kürzeren Laufzeiten.
• Der US-Dollar ist trotz der jüngsten Schwäche immer noch relativ teuer bewertet.
• Emerging Markets und Europa sollten weiterhin von einem reflationärem Umfeld profitieren.

 

Disclaimer

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      Autoren

Tilmann Galler

 








Executive Director, Market Strategist Deutschland, Österreich, Schweiz



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John Bilton


 

Head of the Global Strategy Team for the Multi-Asset Solutions Group.


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