Economic Update | J.P. Morgan Asset Management

Wolken türmen sich am Horizont, aber zunächst scheint auch mal die Sonne: In unserem Basiszenario gehen wir davon aus, dass die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten ein unter dem Trend liegendes Wachstum, eine unverändert niedrige Inflation und das fortwährend hohe Maß an Unterstützung durch die Zentralbanken weiterhin reflektieren werden. Unter Berücksichtigung unvermeidlicher, volatiler Marktphasen, befürworten wir hochklassige Durationen, höher verzinsliche Wertpapiere mit höherem Rating, sowie Barmittel und das als sicherer Hafen geltende Gold.

Diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.


Wachstum

Die Konjunktur in Deutschland schwächte sich zum Jahresende ab. Rückgänge verzeichneten zwischen Oktober und November die Industrieproduktion (-1,9%), die Exporte (-0,4%) und die Auftragseingänge der Industrie (-1,0%). Besser lief es im deutschen Einzelhandel, der im November ein Umsatzplus von 1,4% gegenüber Vormonat erzielte. Die Stimmung der Unternehmen trübte sich zuletzt weiträumig ein: Im Dezember sank nicht nur der Ifo-Geschäftsklimaindex (von 102 auf 101 Punkte), sondern auch der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Euro-Zone. In den USA tauchte der ISM-Index der Industrie im Dezember von 59,3 auf 54,1 Zähler ab.


Jobs

Der Arbeitsmarkt in Deutschland entwickelte sich zum Jahresende weiter gut. Von November auf Dezember sank die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 14.000, gegenüber dem Vorjahr wurden 175.000 Arbeitslose weniger gezählt. Auch die Erwerbstätigkeit legt weiter zu: Im November stieg sie um 34.000 auf 45,22 Millionen Personen. In der Euro-Zone ging die Arbeitslosenrate von Oktober bis November von 8,0% auf 7,9% zurück. In den USA bleibt der Arbeitsmarkt stark, im Dezember schufen die Unternehmen weitere 312.000 Jobs.


Gewinne

In den USA ist die Berichtssaison zum 3. Quartal 2018 so gut wie abgeschlossen. 497 Unternehmen aus dem S&P 500 haben Zahlen vorgelegt. Für die operativen Gewinne wird ein Plus im Vergleich zum Vorjahresquartal von rund 28% erwartet. Ein Teil davon resultiert aus den Steuersenkungen, ein Teil aber auch aus der guten Konjunktur. 77% der Unternehmen haben die Gewinnerwartungen übertroffen. Für das 4. Quartal 2018 wird bei den S&P 500-Unternehmen von einem Gewinnwachstum von 14,7% gegenüber Vorjahresquartal ausgegangen. Bei den Gesellschaften aus dem europäischen Index Stoxx600 wird derzeit mit einem Gewinnplus im 4. Quartal 2018 gegenüber Vorjahresquartal von 7,1% (ohne Energie-Sektor: 5,0%) und einem Umsatzplus von 4,5% (ohne Energie-Sektor: 0,6%) gegenüber Vorjahresquartal gerechnet.


Inflation

Die Inflationsrate war zum Jahresende auf dem Rückzug. In Deutschland sank sie von 2,5% im Oktober auf 2,3% im November und ist laut ersten Schätzungen im Dezember auf 1,7 Prozent zurückgegangen. In der Euro-Zone betrug die Teuerungsrate im Dezember 1,6% nach 1,9% im November. Die Kerninflationsrate (ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel) schrumpfte von 1,1% auf 1,0%. In den USA betrug die Inflation im November 2,2% nach 2,5% im Vormonat.


Zinsen

Die US-Notenbank hat im Dezember erwartungsgemäß den Leitzinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25%-2,50% erhöht. Die Zentralbanker betonten die gute Verfassung der amerikanischen Konjunktur, blieben aber etwas vorsichtiger. Im Mittel erwarten sie dieses Jahr nun nur noch zwei und nicht mehr drei Leitzinserhöhungen. Die Europäische Zentralbank (EZB) beendete auf ihrer Dezember-Sitzung ihr Anleihekaufprogramm. Erträge auslaufender Papiere will sie aber weiter reinvestieren. Ihre Leitzinsen wird die EZB nach eigener Aussage mindestens bis Sommer 2019 stabil halten.


Risiken

• Turbulenzen an den Kapitalmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.
• Konjunkturelle Abschwächung in China und Europa.
• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen.
• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.
• Destabilisierung der Eurozone aufgrund der Ausgabenpolitik der neuen Regierung in Italien.


Investmentthemen

• Aktien und europäische Hochzinsanleihen bleiben aufgrund von Bewertung und der aussicht auf steigende Gewinne vorerst attraktiv.
• Gestiegene US-Renditen und höhere Marktrisiken rechtfertigen aktuell eine neutrale Duration.
• Wir präferieren zur Zeitaufgrund des defensiven Charakters: US-Aktien und Large-caps.



 

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Stand der Daten: 10.1.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbei.

Compliance ID: 0903c02a8246c876




      Autoren

Tilmann Galler

 








Executive Director, Market Strategist Deutschland, Österreich, Schweiz



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Head of the Global Strategy Team for the Multi-Asset Solutions Group.


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