Economic Update | J.P. Morgan Asset Management

Wolken türmen sich am Horizont, aber zunächst scheint auch mal die Sonne: In unserem Basiszenario gehen wir davon aus, dass die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten ein unter dem Trend liegendes Wachstum, eine unverändert niedrige Inflation und das fortwährend hohe Maß an Unterstützung durch die Zentralbanken weiterhin reflektieren werden. Unter Berücksichtigung unvermeidlicher, volatiler Marktphasen, befürworten wir hochklassige Durationen, höher verzinsliche Wertpapiere mit höherem Rating, sowie Barmittel und das als sicherer Hafen geltende Gold.

Diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.


Wachstum

Der konjunkturelle Jahresstart in Deutschland war durchwachsen. Im Januar legten die Einzelhandelsumsätze deutlich (3,3%) gegenüber Vormonat zu. Die Exporte stiegen um 1,7%. Die Schwäche in der Industrie hielt jedoch an: So sanken die Auftragseingänge gegenüber Vormonat um 2,6%, die Produktion schrumpfte um 0,8%. Letzteres lag aber vor allem an der Autoindustrie. Zudem wurde die Dezember-Produktion von –0,4 auf +0,8% nach oben revidiert. In der Euro-Zone wuchs die Industrieproduktion im Januar um 1,5%. Die Stimmungsindikatoren deuteten zuletzt nach unten: Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Februar weiter von 99,3 auf 98,5 Punkte.


Jobs

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt stabil: Im Februar fiel die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Januar saisonbereinigt um 21.000 und lag damit so niedrig wie noch nie in einem Februar seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenrate belief sich wie im Vormonat auf 5,3 Prozent. Die Erwerbstätigkeit legte im Januar gegenüber Dezember um 79.000 zu. In der Euro-Zone verharrte die Arbeitslosenquote im Januar bei 7,8%. Die US-Unternehmen schufen im Februar nur 20.000 neue Jobs, die Arbeitslosenrate fiel dennoch von 4,0% auf 3,8%.


Gewinne

In den USA haben 447 Unternehmen aus dem Index S&P 500 Zahlen zum 4. Quartal 2018 vorgelegt. 69% übertrafen die Gewinnerwartungen, 49% die Umsatzerwartungen. Das Gewinnwachstum schrumpfte voraussichtlich auf 4,2% gegenüber Vorjahresquartal, vor allem aufgrund neuer Rechnungslegungsvorschriften. Ohne diese Änderungen betrug das Gewinnwachstum etwa 13%. Bei den Unternehmen aus dem europäischen Index Stoxx600 wird derzeit mit einem Gewinnwachstum im 4. Quartal 2018 gegenüber Vorjahresquartal von 1,4% (ohne Energiesektor: –0,6%) und einem Umsatzplus von 4,5% (ohne Energiesektor: 1,5%) gegenüber Vorjahresquartal gerechnet.   


Inflation

Im Februar legte die Inflationsrate in Deutschland leicht auf 1,5% zu nach 1,4% im Vormonat. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) stieg von 1,3% auf 1,4% In der Euro-Zone stieg die Teuerung ebenfalls von 1,4% auf 1,5%, die Kernrate sank dagegen von 1,1% auf 1,0%. In den USA fiel die Inflation von 1,6% auf 1,5% und die Kernrate von 2,2% auf 2,1%. 


Zinsen

Die US-Zentralbank hat auf ihrem März-Treffen die Leitzinsen zwar unverändert gelassen. Der Zinspfad wurde jedoch nach unten angepasst: Im Mittel erwarten die Zentralbanker im laufenden Jahr nun keine weitere Zinserhöhung mehr und 2020 nur eine einzige. Zudem soll der Verkauf erworbener Anleihen ab Mai verlangsamt werden und im September enden. Die Europäische Zentralbank (EZB) teilte auf ihrer März-Sitzung mit, sie gehe davon aus, dass die Leitzinsen noch „mindestens bis Ende 2019“ auf dem aktuellen Niveau bleiben. Zuvor hatte die EZB davon gesprochen, das Zinsniveau mindestens „über den Sommer 2019“ beizubehalten. 


Risiken

• Turbulenzen an den Kapitalmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.
• Konjunkturelle Abschwächung in China und Europa.

• Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen.
• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.
• Destabilisierung der Eurozone aufgrund der Ausgabenpolitik der neuen Regierung in Italien.


Investmentthemen

• Aktien und europäische Hochzinsanleihen bleiben aufgrund von Bewertung und der aussicht auf steigende Gewinne vorerst attraktiv.
• Gestiegene US-Renditen und höhere Marktrisiken rechtfertigen aktuell eine neutrale Duration.
• Wir präferieren zur Zeitaufgrund des defensiven Charakters: US-Aktien und Large-caps.



 

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Stand der Daten: 07.03.2019 (soweit nicht anders angegeben).

Quellen: Thomson Reuters, Statistisches Bundesamt, Eurostat, Bundesagentur für Arbeit.

Compliance ID: 0903c02a8246c876




      Autoren

Tilmann Galler

 








Executive Director, Market Strategist Deutschland, Österreich, Schweiz



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John Bilton


 

Head of the Global Strategy Team for the Multi-Asset Solutions Group.


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