Economic Update | J.P. Morgan Asset Management

Wolken türmen sich am Horizont, aber zunächst scheint auch mal die Sonne: In unserem Basiszenario gehen wir davon aus, dass die Märkte in den nächsten drei bis sechs Monaten ein unter dem Trend liegendes Wachstum, eine unverändert niedrige Inflation und das fortwährend hohe Maß an Unterstützung durch die Zentralbanken weiterhin reflektieren werden. Unter Berücksichtigung unvermeidlicher, volatiler Marktphasen, befürworten wir hochklassige Durationen, höher verzinsliche Wertpapiere mit höherem Rating, sowie Barmittel und das als sicherer Hafen geltende Gold.

Diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.


Wachstum

Im Euro-Raum hat sich die Konjunktur etwas abgeschwächt. Im 2. Quartal wuchs die Wirtschaftsleistung um 0,3% gegenüber dem Vorquartal. Im 1. Quartal hatte sie noch 0,4% erreicht. Die Stimmung trübte sich zuletzt leicht ein: Der Einkaufsmanagerindex ging im Juli von 54,9 auf 54,3 Punkte zurück, der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex stabilisierte sich bei 101,7 (Vormonat: 101,8). In den USA ging es dagegen kräftig bergauf: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im 2. Quartal mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 4,1% (1. Quartal: 2,2%). Insbesondere der private Konsum und die Investitionen profitierten dabei von der Steuersenkung.


Jobs

In Deutschland hat die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 49.000 zugenommen, die Arbeitslosenrate stieg von 5,0% auf 5,1%. Dies lag allerdings nur am Beginn der Sommerpause. Saisonbereinigt sank die Zahl der Arbeitslosen um 6000 gegenüber Juni. Die Entwicklung sei damit weiter günstig, aber nicht mehr so schwungvoll, meldete die Bundesagentur für Arbeit. Im Euro-Raum stagnierte die saisonbereinigte Arbeitslosenrate im Juni bei 8,3%. Damit verharrte sie auf dem niedrigsten Niveau seit Dezember 2008.


Gewinne

In den USA läuft die Berichtssaison für das 2. Quartal 2018. 80% der Unternehmen haben Zahlen vorgelegt. Derzeit wird mit einem Wachstum der Gewinne gegenüber dem Vorjahresquartal in Höhe von 27% gerechnet. Bislang haben 81% der Unternehmen die Gewinnerwartungen übertroffen. Aus dem europäischen Index Stoxx 600 haben 61% der Unternehmen Zahlen vorgelegt. 56% von ihnen haben die Gewinnerwartungen übertroffen. Die Gewinne pro Aktie sind im Vergleich zum Vorjahr um 12% gestiegen und die Umsätze um 8%. Der Energiesektor lieferte mit Abstand den größten Wachstumsbeitrag (+39% EPS; +29% Umsatzwachstum).


Inflation

In Deutschland ist die Inflationsrate im Juli nach vorläufigen Zahlen leicht von 2,1% auf 2,0% gesunken. Haupttreiber des Preisniveaus bleibt die Energie. In der Euro-Zone dagegen stieg die Teuerung im Juli von 2,0% auf 2,1%. Die Kerninflationsrate (ohne die Preise für Energie, Lebensmittel und Tabak) legte von 0,9% auf 1,1% zu. In den USA ist das Inflationsniveau deutlich höher als in Europa: Im Juni erreichte es 2,9% (Vormonat: 2,8%). Auch die Kerninflationsrate legte von 2,2% auf 2,3% zu.


Zinsen

Die US-Notenbank hat wie erwartet ihren Leitzinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75%-2,00% angehoben. In der Gesamtheit erwarten die Notenbanker nun noch zwei weitere Zinserhöhungen im laufenden Jahr. Die Europäische Zentralbank kündigte das Ende ihrer Anleihekäufe an: Bis Ende September will sie weiter Papiere über 30 Mrd. Euro monatlich erwerben, diesen Betrag dann auf 15 Mrd. senken und das Kaufprogramm zum Jahresende einstellen. Gleichzeitig erwartet die EZB unveränderte Leitzinsen „mindestens bis zum Sommer 2019“.


Risiken

• Turbulenzen an den Anleihenmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.
• Konjunkturelle Abschwächung in China aufgrund der restriktiven Geldpolitik seit Jahresanfang.
• Die wahrscheinlich rückläufige Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen kann das Investorensentiment belasten.
• Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.
• Destabilisierung der Eurozone aufgrund der Ausgabenpolitik der neuen Regierung in Italien.


Investmentthemen

• Aktien und Hochzinsanleihen bleiben aufgrund steigender Gewinne vorerst attraktiv.
• Im aktuell reflationären Umfeld präferieren wir Anleihen mit kürzeren Laufzeiten.
• Der US-Dollar befindet sich trotz der jüngsten Stärke immer noch in einem längerfristigen Abwärtstrend.
• Emerging Markets und Europa sollten weiterhin von einem reflationären Umfeld profitieren.



 

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      Autoren

Tilmann Galler

 








Executive Director, Market Strategist Deutschland, Österreich, Schweiz



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John Bilton


 

Head of the Global Strategy Team for the Multi-Asset Solutions Group.


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