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Halloween an Weihnachten




Einige Marktindikatoren verheißen Anlegern eine schaurige Zukunft. Doch es gilt, sich nicht die Bescherung verhageln zu lassen, sondern sich ein breites Gesamtbild zu machen, das gar nicht so übel ist.


Wenn man die Schlagzeilen über die Börsenturbulenzen der letzten Wochen verfolgt, kommt man in Versuchung zu glauben, dass man sich nicht in der Adventszeit, sondern an Halloween befindet. Technische Indikatoren mit schaurigen Namen wie „Todeskreuz“ oder „Hindenburg- Omen“ kündigen den anscheinend unvermeidlichen Niedergang der Aktienmärkte an. Bestätigt werden die Crash-Auguren durch die partielle Invertierung der US-Zinsstrukturkurve, wo die 2-Jahres-Renditen der US-Treasuries jetzt höher rentieren als die 5-Jahres-Renditen – ein Phänomen, das zumindest nach den Erfahrungen der Vergangenheit oft einer nahenden Rezession vorausgegangen ist.

Investoren wären jetzt aber gut beraten, sich nicht komplett auf diese drei Indikatoren zu verlassen. Denn die Crux der technischen und oft trendbasierten Signale ist, dass sie zwar in der Lage sind, vor einem Crash ein Warnsignal zu liefern, aber auch viele Fehlsignale bei kleineren Marktkorrekturen generieren. Seit Beginn des Bullenmarkts 2009 gab es im S&P-500 vier sogenannte Todeskreuze, und alle waren kolossale Fehlsignale. Investoren, die daraufhin komplett aus Aktien ausgestiegen sind, haben bis heute zwischen 40 und 200 Prozent an Wertentwicklung verpasst. Bei der Zinsstrukturkurve ist dahingehend Vorsicht geboten, dass es lediglich eine Indikation des Marktes ist, wann die Notenbank mit den Zinserhöhungen langsam am Ende der Fahnenstange angekommen ist. Historisch hat es nach einer Invertierung im Durchschnitt 20 Monate bis zu einer Rezession gedauert, wobei die Spanne zwischen elf und 34 Monaten liegt. Zusätzlich sollte man bedenken, dass sich bisher nur ein Teil der Kurve invertiert hat. Die Frage ist nun also: Wie hoch sind die Rezessionsrisiken wirklich?


     




Die Konjuktur kühlt sich ab

Wenn wir in die USA schauen, sind nach unserer Einschätzung die Rezessionsrisiken für die kommenden zwölf Monate relativ gering. Die Konsumnachfrage, die immerhin zu 68 Prozent des US-BIP beiträgt, sollte auch im kommenden Jahr auf Grund der positiven Effekte von Steuersenkungen, steigenden Löhnen und einem stabilen Arbeitsmarkt gut unterstützt werden. Das Auslaufen des Fiskalstimulus, ein schwächerer Immobilienmarkt und ein negativer Außenbeitrag dürften jedoch die Wachstumsgeschwindigkeit bis zum Ende des kommenden Jahres auf knapp unter zwei Prozent drücken. Das Wachstum in den USA erfährt 2019 also eine Verlangsamung – aber keinen Stillstand. In China sollten die Lockerung der Geldpolitik, die schwächere Währung und eine expansivere Fiskalpolitik das Wachstum in der Region von 6,0 bis 6,5 Prozent stabilisieren.

Europa bleibt, was das Wachstum betrifft, sicherlich der größte Risikofaktor. Handelskonflikt und hausgemachte Probleme wie Brexit, italienischer Budgetstreit und soziale Unruhen in Frankreich haben das Sentiment im Industriesektor deutlich abkühlen lassen. Dennoch gibt es auch in Europa von der Konsumseite positive Nachrichten. Ähnlich wie in den USA erholt sich der Arbeitsmarkt mit entsprechend positiven Folgen für das Lohnwachstum. Steigende Löhne und der Rückgang des Ölpreises unterstützen die Konsumnachfrage. Falls die politischen Risiken in den kommenden Monaten nicht weiter eskalieren, hat die Euro-Zone zumindest das Potenzial, das langjährige Trendwachstum von knapp 1,5 Prozent zu erreichen, weshalb wir 2019 eine Konvergenz in den Wachstumsraten zwischen der US-Wirtschaft und Europa erwarten.

Analog zum Wirtschaftswachstum dürfte sich im neuen Jahr auch die Dynamik beim Gewinnwachstum der Unternehmen entwickeln – geringeres Wachstum, aber kein Stillstand. Die Aktienmärkte versuchen nun, wie es in einer Spätphase des Konjunkturzyklus üblich ist, eine Balance zu finden zwischen der Chance auf ein schwächeres, aber positives Wachstumsumfeld und dem Risiko einer Rezession. Die steigende Unsicherheit hat dementsprechend in den letzten Wochen zu Kursverlusten, steigender Volatilität und einem Bewertungsabschlag bei den Aktien geführt. Doch auf Grund der relativ geringen Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA in den kommenden zwölf Monaten ist es nach unserer Ansicht noch zu früh, sich aus Aktien zurückzuziehen – denn man darf auch nicht außer Acht lassen, dass 2019 einige der drohenden politischen Risiken auch ein positives Ende nehmen können.

     
 
     

Anteil der öffentlichen Ausgaben am realen BIP der USA









     

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Tilmann Galler

Executive Director, Market Strategist Deutschland, Österreich, Schweiz.

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