ESG-Kriterien | J.P. Morgan Asset Management

 

Interview mit Jennifer Wu, globale Leiterin für den Bereich Sustainable Investing.




    

Wie viel Geld verwaltet Ihre Fondsgesellschaft insgesamt und wie viel davon investiert sie bereits nach ESG-Kriterien?


Jennifer Wu: Das verwaltete Vermögen von J.P. Morgan Asset Management beläuft sich auf 1,744 Billionen US-Dollar (Stand: 31.03.2019). Davon haben wir per Ende März 2019 für 1,2 Billionen US-Dollar die ESG-Integration abgeschlossen. Rund zwei Drittel der Strategien unserer globalen Investmentplattform berücksichtigt demnach bereits ESG-Faktoren.
Wir definieren dabei die ESG-Integration als systematische Berücksichtigung wesentlicher ESG-Faktoren im Rahmen des Anlageprozesses. Ziel ist, dass die Investmentteams diese Faktoren in jeder Phase des Prozesses einbeziehen – sei es bei der Ideenfindung, beim Portfolioaufbau und bei der fortlaufenden Risikosteuerung. Unser Sustainable Investment Leadership Team (kurz SILT, ein globale Team, das das Know-how erfahrener leitender Portfolio Manager und Analysten bündelt und sich auf die Umsetzung und Qualitätssicherung von Best Practices für nachhaltige Investments in den verschiedenen Anlageklassen konzentriert), muss die ESG-Integration bestätigen. Im Integrationsprozess unterstützt das SILT zudem auf Basis der bisherigen Erfahrungen die ESG-Integration der Anlageteams und sorgt dafür, dass jeweils der höchste Standard einheitlich umgesetzt wird.

Beschreiben Sie bitte in wenigen Sätzen, wie ESG/Nachhaltigkeit in Ihrem Investmentprozess implementiert ist?


Jennifer Wu: Die ESG-Integration ist die Basis, auf der die ESG-Informationen während des gesamten Investment-Entscheidungsprozess Berücksichtigung finden. Wie in Frage 1 erläutert ist die ESG-Integration eine systematische Berücksichtigung von ESG-Faktoren im Anlageentscheidungsprozess. Damit ein Anlageteam oder eine Anlagestrategie eine Einstufung als "ESG integriert“ verdient, muss ein strukturierter, dreistufiger Prozess durchlaufen werden: die Verpflichtungs-, Implementierungs- und Demonstrationsphase. Diese Vorgehenweise erfordert die volle Unterstützung durch die Teamleitung, benennt die jeweiligen ESG-Champions in jedem Investment-Team, standardisiert die erforderlichen Schritte bei der Implementierung und ermittelt Möglichkeiten zur Darstellung des Prozesses. Für die Umsetzung gilt es, jeden Schritt im Anlageprozess zu berücksichtigen, und mit verschiedenen Kennzahlen die Robustheit des Prozesses belegen zu können. Die „ESG Research & Data Working Group“ als Teil des SILT (Sustainable Investment Leadership Team) steht dabei in regelmäßigem Austausch mit den Investmentteams, um die Besonderheiten jeder Strategie im jeweiligen ESG-Ansatz zu berücksichtigen.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Produkten, die zusätzlich zur ESG-Integration einen expliziteren Aspekt in Bezug auf Nachhaltigkeit hervorheben, beispielsweise:

  • „Best-in-Class“: Diese Strategien investieren in Unternehmen mit besonders positiven ESG-Werten, beispielsweise der JPMorgan Funds - Europe Sustainable Equity Fund und der JPMorgan Funds - Global Sustainable Equity Fund.

  • Auf Werten / Normen basierende Filter: Diese Produkte schließen Tabak, umstrittene Waffen, Kraftwerkskohle und ggf. zukünftig weitere Kategorien aus. Wir bieten vier ETFs mit dieser Strategie an, die Research Enhanced Index (ESG) ETFs (für Europa, USA, Global und Schwellenländer-Aktien).

  • Thematisch: Diese Produkte haben den Schwerpunkt in verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen, bisher gibt es diese allerdings nur in den USA.

    Positivkriterien, Ausschlusskriterien, Best-in-Class-Konzept oder eine Kombination daraus: Welchen Ansatz nutzen Sie bei der Auswahl nachhaltiger Assets und warum?


    Jennifer Wu: Wie in der letzten Antwort beschrieben, nutzen wir für einige spezifische Strategien Best-in-Class-Ansätze und für andere Ausschlusskriterien.

    Falls Sie Ausschlusskriterien nutzen: Welche Ausschlusskriterien gelten bei Ihnen für Aktien, welche für Anleihen? Bitte zählen Sie alle auf.


    Jennifer Wu: Derzeit verfolgen wir keinen unternehmensweit einheitlichen Ansatz für Ausschlusskriterien, sondern bei unseren ESG-ETFs Filter für Tabak, Waffen und Kraftwerkskohle.

    Gibt es eine interne ESG-Research-Abteilung? Wenn ja: Wie viele Unternehmen und Staaten covern Sie inhouse? Wie viele Analysten umfasst das ESG-Team?


    Jennifer Wu: Wir haben uns aktiv dafür entschieden, das ESG-Know-how und die Expertise direkt in den Research-Prozess der jeweilige Investmentteams einzubetten. Denn insbesondere unsere Research-Analysten müssen die ESG-Faktoren kennen, die für die von ihnen abgedeckten Unternehmen von Bedeutung sind. Die Portfoliomanager stützen sich auf diese Expertise sowie zusätzlich auf Daten von Drittanbietern, um das ESG-Thema umfänglich abzudecken. Wir sind davon überzeugt, dass die Einbettung dieses Fachwissens in das Team und die Bewertung von ESG-Faktoren durch Analysten zusammen mit anderen fundamentalen Faktoren dazu beiträgt, den Prozess zu verbessern. Mit dieser Vorgehensweise werden alle Beteiligten ESG noch stärker als einen wesentlichen Treiber verinnerlichen, als wenn dies von einem unabhängigen Analysten separat betrachtet wird Die jeweiligen Teams arbeiten im engen Austausch mit unserem Sustainable Investment Leadership Team (SILT), das die Umsetzung und Qualitätssicherung der ESG-Integration im Researchprozess monitort.
    Zusätzlich zu der in die Investmentteams eingebetteten Expertise gibt es bei J.P. Morgan Asset Management ein dediziertes Corporate Governance-Team. Dieses Team erstellt Research rund um die ESG-Themen, kpmmert sich um die Stimmrechtsvertretung und steht in engem Kontakt mit Beteiligungsgesellschaften.
    Darüber hinaus hat J.P. Morgan Asset Management vor einigen Monaten mit zwei erfahren ESG-Spezialisten die hauseigene Kompetenz erweitert, die das ESG Research und die übergreifende Strategie für nachhaltiges Investieren unterstützen.

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    Gibt es einen Nachhaltigkeitsbeirat (ESG Advisory Board) in Ihrer Gesellschaft? Wenn ja, welche Persönlichkeiten gehören dem Gremium an?


    Jennifer Wu: Im Jahr 2016 wurde das Sustainable Investment Leadership Team (SILT) etabliert. Dieses Gremium erfahrener Führungskräfte umfasst mehr als 30 Mitglieder, die sich aus Investmentteams (Portfolio Management und Analysten), Vertriebsexperten und verschiedenen Geschäftsfunktionen zusammensetzen und über umfassende und vielfältige Erfahrung in den verschiedenen Anlageklassen und Kundenkanälen verfügen. SILT dient über seine Arbeitsgruppen“ ESG Data & Research“ und „Sustainable Investing Client Strategy“ als zentrale Anlaufstelle sowie Keimzelle für Innovationen und die Vordenkerposition (thought leadership) rund um unsere ESG-Integration und die Fähigkeiten, die wir als Treuhänder des Vermögens unserer Kunden aufbauen.

    Welche externen ESG-Datenanbieter nutzen Sie?


    Jennifer Wu: Wir nutzen mehrere externe ESG-Analyseanbieter als Datenlieferant rund um die verschiedenen Bereiche des Asset Managements. Dazu gehören unter anderem: MSCI, ISS-Ethix und Bloomberg. Dabei nutzen wir die ESG-Daten dieser Unternehmen als Anregungen und zusätzliche Datenquelle für unsere unabhängigen Research-Prozesse, in die wir zuallererst primäre Quellendaten aus unserer direkten Kommunikation mit den Unternehmen, unserem hausinternen Unternehmens-Research, Unternehmensdaten, Geschäftsberichten, Websites und Medienberichten einbeziehen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeitt mit dem Corporate Governance-Team und im Austausch mit deren Researchergebnissen zu den zu ESG Engagements der Unternehmen. Diese Materialien, einschließlich der Daten von Drittfirmen, dienen dazu, unsere eigenen, zukunftsgerichteten ESG-Ansichten zu den Faktoren zu bilden, von denen wir glauben, dass sie für den Cashflow wesentlich sind.

    Sind Sie Mitglied bei UN-PRI oder in einer vergleichbaren Organisation? Wenn letzteres zutrifft: in welchen Verbänden/Plattformen?


    Jennifer Wu: Bereits in 2007 hat J.P. Morgan Asset Management die UN-Prinzipien für verantwortungsvolles Investieren (Principles for Responsible Investment, PRI) unterzeichnet und war damit unter den ersten aller unterzeichnenden Gesellschaften. Für unseren überzeugenden Ansatz bei der ESG-Integration in Aktien, Anleihen und Alternativen Strategien in 2018 konnten wir bisher das beste Ergebnis unserer Unternehmensgesichte erzielen (s.u. die Ergebnisse gegenüber dem Branchendurchschnitt).


    Die Expertise von J.P. Morgan Asset Management für nachhaltige Investments im Bereich Immobilien- und Infrastruktur, bei dem ESG-Faktoren in die Akquisitions- und Managementprozesse integriert sind, erfuhr eine schöne Bestätigung, als zwei der Immobilienstrategien 2018 bei der Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESb) den ersten Rang erzielten.

    Was sehen Sie als Ihre größte Herausforderung in Sachen Nachhaltigkeit?


    Jennifer Wu: Nach wie vor fehlen rund um das Thema ESG einheitliche Begrifflichkeiten und Definitionen. Dies ist für ESG-Anleger aber nur eine von vielen Herausforderungen. In umfangreichen Gesprächen mit Anlegern gilt es deshalb zunächst zu klären, was sie wirklich wollen.
    Nachhaltige Investments erfolgen traditionell etwa über den Ausschluss spezifischer Sektoren oder dass die Rendite zugunsten eines gewissen positive Impacts zurückgestellt wird. Heute versuchen jedoch die meisten institutionellen Anleger, ESG-Faktoren und Informationen als Strategie der Risikominderung in ihren Anlageprozess zu integrieren. Bei diesem Ansatz, den wir als „ESG-Integration“ definieren, zeigen wir Anlegern genau, wie in den einzelnen Phasen des Anlageprozesses ESG-Faktoren berücksichtigt werden, wenn dies wichtig ist. Andere Anleger, beispielsweise Endanleger, sind auf der Suche nach Strategien, die implizit nur auf ESG-Unternehmen höchster Qualität oder bestimmte ökologische oder soziale Ergebnisse abzielen.

    Wie sieht die weitere Agenda Ihres Hauses bzgl. Nachhaltigkeit aus? Was kann man noch erwarten?


    Jennifer Wu: In 2019 setzen wir unsere Bemühungen fort, ESG-Aspekte in unsere Asset-Management-Plattform zu integrieren, sowie gezielt weitere nachhaltige Anlagestrategien zu starten, um den Wünschen und Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Zudem möchten wir mit Studien und Podcasts Denkanstöße geben und die wichtigsten Fragen, die uns von Kundenseite rund um die ESG-Überlegungen für ihre Portfolio gestellt werden, beantworten.

    In welchen Sub-Asset-Klassen haben Sie heute bereits nachhaltige Investmentfonds im Angebot?


    Jennifer Wu: Wir bieten zwei Strategien, die Unternehmen ausdrücklich bevorzugen, wenn sie unserer Ansicht nach qualitativ hochwertige ESG-Merkmale aufweisen. Dabei handelt es sich um den Europe Sustainable Equity Fund (SICAV) und Global Sustainable Equity Fund (SICAV).
    Der Europe Sustainable Equity Fund wurde 2016 aufgelegt und liegt inzwischen bei über 220 Millionen US-Dollar, die Auflegung des Global Sustainable Equity Fund erfolgte Ende 2018. Wir nutzen unseren seit vielen Jahren bestehenden Behavioural-Finance-Prozess und ergänzen ihn um einen zusätzlichen ESG-Faktor. Es handelt sich um einen differenzierten Prozess, denn wir berücksichtigen nicht nur Unternehmen mit positiven ESG-Ergebnissen im Vergleich zu ihren Wettbewerbern, sondern sehen uns Unternehmen mit positiver ESG-Dynamik an. Das sind Unternehmen, die nicht nur heute gute Ergebnisse erzielen, sondern ihre Ergebnisse möglicherweise zeitnah verbessern sollten. Um in Erfahrung zu bringen, ob Potenzial für eine positive Dynamik besteht, stehen wir aktiv in Kontakt mit dem Management der von uns analysierten Unternehmen, um ihre nachhaltigen Ansätze nachzuvollziehen und bewährte Verfahrensweisen zu fördern.




         

     

     Jennifer Wu

     Globale Leiterin für den Bereich Sustainable Investing


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